• Anja Russo

Verändern statt Verdrängen: Mit diesen 3 einfachen Tipps gelingt dir deine Veränderung ab 40

Aktualisiert: Jan 27

Bist du auch eine Meisterin des Verdrängens? Ich war es lange. Bis zu jenem Tag. Alles beginnt mit diesem Foto:


Das Foto ist nicht aktuell. Es ist zwei Jahre alt. Ich nehme dich mal mit zurück:


Ich bin fast 40, verheiratet, habe zwei Söhne und zwei Katzen. Wir wohnen in unserem Traumhaus, ich habe liebe Freunde, wir machen schöne Urlaube. Ich arbeite in Teilzeit in einer tollen Firma mit netten Kolleginnen und Kollegen. Nach außen scheint alles wunderbar zu sein, nahezu „perfekt“.


Doch das ist nur die halbe Wahrheit.


Denn zur gleichen Zeit habe ich schlimme Schlafstörungen, liege oft nächtelang wach. Ich habe dick angeschwollene Fingergelenke, sodass ich meinem Sohn nicht die Schuhe binden kann. Ich habe oft tagelang entzündete Augenlider, dann gehe ich nur mit Sonnenbrille aus dem Haus. Ich bin dauer-müde, dauer-gestresst und dauer-unzufrieden. Ich lasse mich durchchecken, doch kein Arzt kann mir helfen. Ich habe nur einen Vitamin B12-Mangel. Mehr nicht.


Aber ich weiß es besser, ich spüre es. Mein Leben ist nicht in Balance. Ich bin nicht in Balance. Denn ich habe viel zu lange nicht auf meine Gefühle gehört. Mir wird klar: Es muss sich etwas ändern. ICH muss etwas ändern. Ich WILL etwas ändern. Ich will mein Leben so verändern, dass es wieder zu mir passt!


Nur: Ich habe keine Ahnung, wie und was.


Der Gedanke an Veränderung hat mir Angst gemacht


Und dann ist da dieses große, fast schon bedrohliche Wort: Veränderung. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber bis vor ein paar Jahren war das Wort Veränderung für mich negativ behaftet. Veränderung klang für mich immer nach Scheidung einreichen, Kinder zur Adoption freigeben, One-Way-Ticket kaufen und mit dem Rucksack durch Südostasien ziehen. Es klang nach Ganz-oder-gar-nicht.


Da halfen auch weise (und wahre) Worte wie „ohne Veränderung gibt es keine Weiterentwicklung“ oder „wir müssen lernen, mit Veränderungen umzugehen“ nichts. Für mich gab’s nämlich sehr wohl eine Alternative: die Strategie Verdrängung. Funktioniert wunderbar. Also einigermaßen wunderbar.


Ab einem bestimmten Zeitpunkt funktioniert die Strategie Verdrängung nicht mehr


Wir warten oft so lange, bis wir nur noch reagieren können. Bis die Strategie Verdrängung scheitert. So wie bei mir vor zwei Jahren. Ich bin krank und es fühlt sich an, wie mit dem Rücken an der Wand zu stehen. Dabei wünsche ich mir „nur“ mehr Zufriedenheit, mehr Ankommen. Wünschen ist Weihnachten. Doch mein Wunsch ist zur Dringlichkeit geworden, die ich nicht mehr ignorieren kann.


Zurück zu diesem besonderen Tag vor zwei Jahren, an dem das Foto entstanden ist: Ich lasse neue Bewerbungsfotos machen, ohne einen Plan. Neue Fotos schaden nie, denke ich mir.

Und dann, beim Shooting, sage ich plötzlich: „In ein paar Jahren komme ich wieder. Dann brauche ich noch mal neue Fotos. Ganz andere als jetzt. Denn dann unterstütze ich Frauen dabei, ihren Wunsch nach Veränderung anzugehen, statt ihn weiter zu verdrängen.“ Ups, wo kam das denn plötzlich her? Wohl von ganz tief drinnen, aus mir heraus, ganz ungeplant. Und es fühlt sich gut an, richtig gut sogar.


Auch wenn wir selbst uns für eine Veränderung entscheiden, kann sie uns Angst machen


Unsere Unzufriedenheit, die innere Unruhe und unser Wunsch nach Veränderung gehören zu uns. Die Unzufriedenheit ist dabei das Warnsignal unserer Seele. Nicht selten redet sie uns ganz unvermittelt von der Seite an, wenn eine neue Lebensphase beginnt. Wenn die Rush Hour des Lebens nachlässt und wir dazu angehalten werden, unser Leben wieder aktiver zu gestalten. Also mit 40+, in unserer Lebensmitte.

Zu uns gehört aber ebenso der Wunsch, am Vertrauten, am Wohlbekannten und am bisher Erreichten festzuhalten. Nichts zu riskieren, denn wir haben so viel investiert und geschafft.

Zwei Anteile also, die es gilt, wieder in die richtige Balance zu bringen.


Veränderung hat ein Imageproblem


Hand aufs Herz: Wir Menschen neigen dazu, uns das Schlimmste vorzustellen. Oder hast du dir nicht gerade gedacht: „Aber was, wenn’s danach nicht besser wird, als es jetzt ist?“ So ein bisschen gemäß dem Sprichwort: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“


Die Entscheidungspsychologie hat in vielen Experimenten gezeigt, dass uns die Aussicht auf Verluste mehr schmerzt als die Freude auf das, was wir möglicherweise gewinnen könnten. Das eine hat man ja schon sicher, auch wenn man es so, wie es ist, nicht mehr will.


Seien wir ehrlich: Veränderung braucht Kraft. Und Mut. Und Ehrlichkeit. Und Deine Skepsis in Sachen Veränderung ist vollkommen berechtigt. Für ein jugendlich-leichtsinniges „Ich-mach-dann-einfach-mal“ sind wir schon zu weit gekommen. Dafür haben wir Frauen ab 40 zu viel Lebenserfahrung, zu viel Lebensweisheit.

Und gleichzeitig sehe ich genau in diesem Gedanken unsere Chance. Was wäre, wenn wir uns trauen, uns unserer Unzufriedenheit stellen? Wenn wir uns auf eine Phantasiereise begeben würden, beflügelt von einer Leichtigkeit, die uns möglicherweise über die Jahre abhandengekommen ist? Und die wir genau jetzt wieder neu aktivieren? Wie groß und wie bunt könnten wir träumen?


Ich würde mir wünschen, dass dich diese drei Gedanken dabei unterstützen können, das Thema anzugehen.


Gedanke 1: Zwei Perspektiven auf unser Leben ab 40


Wir können unsere Lebensmitte aus zwei Blickwinkeln betrachten:

Wir können uns ziemlich mies fühlen, weil rein rechnerisch die erste Hälfte unseres Lebens bereits hinter uns liegt.


Vielleicht denkst du, dass das Beste schon vorbei ist und es von nun an nur noch bergab geht. Keine großen Highlights mehr, eher so ein „Dahingeplätscher“.


Statt „Wie geht’s dir?“ „Super! Stell‘ dir vor…“

ein „Wie geht’s dir?“ „Alles klar, läuft.“


Oder du hast ganz viele „Das geht mit 40+ doch nicht mehr“-Argumente im Kopf. Möglicherweise habe sich deine Lebensträume (Job, Mann, Kinder, Haus, Hund) schon alle erfüllt. Und dir fehlt der nötige Antrieb nach neuen, großen Wünschen zu streben.


Oder du bist einfach zufrieden mit dem, was du hast, und möchtest diesen Status so beibehalten.


Alles mehr als verständlich.


Oder du machst dir klar, dass die Zeit von 40 bis 60 genauso lang ist, wie die Zeit von 20 bis 40. Ebenso wie von 45 bis 65. Also echt lang. 40+ ist demnach also mittendrin. Halbe Wegstrecke, wenn überhaupt. Ein guter Zeitpunkt also, um neue Lebensträume für dich zu finden, kleine und große, persönliche und berufliche.


Du hast die Wahl: Wie möchtest du die Etappe deines Lebens gestalten, die jetzt beginnt?


Gedanke 2: Schick‘ deine Vorstellungskraft schon mal voraus


Bei einem bin ich mir ganz sicher: Wir sollten uns von der Angst vor Veränderung nicht beherrschen lassen. Denn ein aktives Leben braucht aktive Entscheidungen. Um etwas anzupacken, brauchen wir allerdings ausreichend viel Zuversicht. Und wenn wir in der Unzufriedenheit verharren, dann fehlt uns genau das: eine positive Einstellung dahingehend, wie viel passender unser Leben werden kann. Wie viel zufriedener wir uns fühlen könnten. Wenn wir denn wagen, etwas zu verändern.


Wie wäre es damit: Lass‘ deine Gedanken mal einen Ausflug machen. In Richtung Zukunft. In eine Zukunft, in der du eine bessere, schönere und wahrhaftigere Version deines Lebens lebst. Lass sie dort ein bisschen spazieren gehen und sich umschauen. Und lass dir dann erzählen, was sie dort so alles gesehen haben.


Vielleicht sieht deine Vorstellungskraft ja den Fotokurs, den du schon immer mal belegen wolltest. Und der dein Hobby vielleicht eines Tages noch zu deinem Herzensberuf macht.

Oder deine Gedanken sehen dein berufliches Weiterkommen zu einer neuen Stelle, die du dir bisher nicht zugetraut hast.


Oder sie sehen dein persönliches Engagement in einer Sache, die dir schon so lange am Herzen liegt. Umweltschutz zum Beispiel.


Ich wünsche mir für dich, dass du dich auf diese Phantasiereise einlassen kannst.


Gedanke 3: Minikleine Schritte sind besser, als gar nicht losgehen


Weißt Du, welcher Gedanke mich im Hinblick auf meine persönliche Veränderung am meisten blockiert hat? Der Gedanke, dass Veränderung einschneidend sein muss. Dass sie groß sein muss. Dass man sie im Außen sehen muss. Dieser Gedanke hat mich lange davon abgehalten, etwas zu verändern. Und genau das kann ich auch bei anderen Frauen beobachten.


Dabei beginnt Veränderung oft im ganz Kleinen. Am Anfang ist es erstmal ein Veränderchen. Das allererste winzige Wagnis hin zu etwas Neuem. Denn wenn du etwas verändern möchtest, dann sind minikleine Schritte ein super Weg! Kleine Schritte, kleine Hürden, innerhalb deiner Komfortzone. Dort wo sich erst mal noch alles sicher und vertraut anfühlt.


Und noch etwas: Wenn du nach und nach deine Komfortzone verlässt, ist das keine Einbahnstraße. Ganz im Gegenteil: In unsere Komfortzone kehren wir immer wieder zurück. Unser vertrautes Umfeld bietet uns Ruhe und Erholung. Wie eine weiche Decke, in die wir uns immer wieder hüllen können. Zum Ausruhen. Zum Kraft tanken.


Wie geht’s jetzt weiter?

Wenn du magst, dann mach‘ doch eine erste mutige Analyse und stell dir die folgenden Fragen: Wo stehe ich gerade? Was denke ich wirklich über Veränderung? Will ich wirklich etwas verändern? Welchen ersten kleinen Schritt könnte ich angehen?

Wenn Du dir diese Fragen schriftlich beantworten willst, dann nutz‘ diese Vorlage , die ich für dich erstellt habe.


Ich bin dir noch eine Antwort schuldig…


Der Tag vor zwei Jahren endet damit, dass ich mir auch diese Fragen stelle. Und nach uns nach Antworten darauf finde. Der Rest ist Geschichte: Heute bin ich Coach. Coach für Frauen. Für Frauen, die den gleichen Weg gehen möchten, wie ich ihn gegangen bin.


Schreib gerne in die Kommentare, wie dir dieser Blog Post gefallen hat und ob er dir ein bisschen die Angst vor Veränderung genommen hat. Darüber würde ich mich sehr freuen!


Alles Liebe

Anja

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